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Jesus Christus: Der beste Ansprechpartner in unsicheren Zeiten

Es ist eine komische Zeit. Eine Zeit der Ängste, seien sie berechtigt oder unberechtigt. Eine Zeit der Unsicherheit, der inneren Zerrissenheit.

Vielleicht geht es Ihnen da ähnlich.

Einerseits kann ich das Wort Corona nicht mehr hören, andererseits möchte ich möglichst viel darüber wissen. Gerne würde ich einschätzen können, wie gefährlich das Virus ist, ob die Maßnahmen der Politik über- oder untertrieben sind. Aber ich muss mir eingestehen, dass ich das nicht kann. Selbst Virologen können in diesen Tagen keine gesicherten Voraussagen machen.

Einerseits hat der Frühling in den letzten Tagen schon einmal vorbei geschaut. Die Sonne schien vom blauen Himmel, so als ob alles wie immer wäre.

Andererseits sehe ich die Bilder beispielsweise aus Italien, die mir in erschütternder Weise vor Augen führen dass gerade nichts ist wie es war. Menschen, die in den Gängen der Krankenhäuser liegen. Militärkolonnen, die Särge abtransportieren.

Ich finde die eigene Gefühlswelt lässt sich in diesen Tagen so schwer einordnen wie das Virus selbst das diese Gefühle auslöst. Da ist so viel Ungewissheit, sind so viele offene Fragen.

Da sind Sorgen um die Gesundheit:

Werde ich selbst erkranken? Wenn ja, werde ich gut versorgt sein? Oder wird es gar nicht so schlimm, verläuft die Erkrankung bei mir mild? Was ist mit meinen älteren Mitmenschen, mit den Eltern, mit Oma und Opa? Sind sie gut geschützt? Werde ich um einen geliebten Menschen weinen müssen?

Da sind Sorgen um die berufliche Zukunft:

Kann ich meinen Schulabschluss machen? Ist mein Arbeitsplatz in Gefahr? Muss ich mich verschulden? Verliere ich gar meine Existenz, mein Geschäft?

Und da sind grundlegende Fragen, die alle bewegen:

Wann ist das alles vorbei? Wird es jemals wieder wie zuvor?

All diese Fragen bewegen uns. Sie arbeiten in uns. Sie erschüttern uns in unserem Innersten. Fast alles was bisher gewiss schien ist nun ungewiss.

Im Moment bekommen wir keine gesicherten Antworten auf diese Fragen. Dennoch ist es wichtig dass wir uns diesen Fragen stellen. Vor ihnen davonzurennen ist zwecklos, sie werden uns einholen.

Es ist gut wenn wir mit unseren Fragen nicht alleine bleiben, wenn wir unsere Sorgen und Ängste mit anderen teilen. Mit dem Partner, mit Freunden und Bekannten. Es hilft auszusprechen was uns Sorge bereitet. Es hilft sich bewusst zu werden dass diese Fragen gerade alle umtreiben. Es schafft zumindest die eine Gewissheit in aller momentanen Ungewissheit: Mit meinen Fragen, mit meinen Ängsten und Zweifeln bin ich nicht alleine.

Es hilft all das was mich verunsichert Jesus Christus anzuvertrauen. Er ist der richtige Ansprechpartner für unsere Sorgen.

Er weiß was es heißt verunsichert zu sein, zu leiden, sich verlassen und hilflos zu fühlen. In unseren Kirchen hängen Kreuze, vielleicht auch bei Ihnen zuhause. Auch das Kreuz steht für sehr widersprüchliche Gefühle:

Das Kreuz ist einerseits das Zeichen größtmöglichen Leids und Verlassenseins. Jesus fasst dieses Gefühl in die bekannten Worte die er am Kreuz ausspricht: „Mein Gott, mein Gott warum hast du mich verlassen?“ (Matthäus 27, 46).

Zugleich ist das Kreuz das Zeichen unserer Hoffnung. Das Zeichen dafür dass Gott seine Menschen nie alleine lässt. Es ist das Zeichen der Verbindung zwischen Himmel und Erde. Gott lässt Jesus nicht im Dunkeln, er überlässt ihn nicht dem Tod, er verlässt ihn nicht. Jesus ist aufgehoben bei Gott, im Leben wie im Tod.

Als Christen gehören wir durch die Taufe und den Glauben zu Jesus Christus. Und hoffen dass das was für Jesus gilt auch für uns gilt. Dass er uns nicht alleine lässt, in keiner Situation. Dass wir bei ihm aufgehoben sind, in jeder Situation. Egal welche Not uns trifft.

Das Gefühl des Verlassenseins und das Gefühl des Aufgehobenseins, beides gehört zu unserem Leben. Zweifel und Vertrauen, Angst und Hoffnung, beides gehört zu unserem Glauben.

Es hilft beides auszusprechen und im Gespräch zu bleiben mit unseren Mitmenschen und mit unserem Gott. Ich glaube das ist ein gutes Mittel gegen die Verunsicherung, gegen die Angst. Es ist ein gutes Mittel für unseren Umgang mit den Fragen die in uns arbeiten. Es wird sie nicht einfach auflösen. Aber es wird helfen mit ihnen zu leben.

Dazu helfen feste Zeiten, feste Verabredungen. So wie Sie jeden Abend oder jeden Sonntag die Oma – oder einen anderen geliebten Menschen – anrufen und fragen wie es ihr geht, so können Sie sich auch mit Gott verabreden. Am Morgen nach dem Aufstehen, zum Glockenläuten der Kirchen, vor dem Einschlafen. Halten Sie dann einen Moment inne, vertrauen Sie Gott Ihre Fragen und Ihre Angst um sich selbst und um Ihre Lieben an.

Beschließen Sie Ihr Gebet mit dem Vaterunser oder mit den folgenden Worten:

Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
Amen.

Kommentar ( 1)

  1. Antworten
    E.Netzel says:

    Diese Worte sprechen uns Allen Trost zu,und erfüllen uns mit Zuversicht. E.Netzel Sachsen Anhalt

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