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Kirche im Wandel: Kooperation der Gemeinden St. Petrus und St. Johannes

Das eine Evangelium im Wandel der Zeit
Das Evangelium von der Liebe Gottes zu allen Menschen durch Jesus Christus bleibt durch die Zeiten hindurch unverändert. Aber die Formen und die Wege, um dieses Evangelium zu verbreiten, veränderten sich ständig. Weil sich die Zeitumstände verändern. Der Apostel Paulus, der als Jude meistens Griechisch sprach, weil das die Menschen verstanden, reiste im gesamten Mittelmeerraum umher und gründete vor allem in multikulturellen Hafenstädten Gemeinden. Luther übersetzte nicht nur die Bibel in verständliches Deutsch, sondern konzentrierte die Aufgaben der Bischöfe auch wieder rein auf ihre geistlichen Aufgaben.
Wenn unsere Kirche von „Profil und Konzentration“ spricht, stellt sie im Grunde dieselben Fragen: Was brauchen die Menschen heute, um das Evangelium zu hören? Welche Strukturen passen, welche Traditionen sind hilfreich?

Den Wandel aktiv gestalten
Zur Wahrheit gehört, dass wir sparen müssen. Die evangelische Kirche verliert jährlich etwa 1% der Gemeindeglieder, die finanziellen Spielräume werden nicht zuletzt durch Corona enger und vor allem der theologische und diakonische Nachwuchs fließt spärlicher. Weil einfach abwarten nicht hilft und lamentieren noch weniger, haben unsere Kirche und die Kirchenvorstände in Goldbach und Laufach vorausschauend gehandelt. In Zukunft nicht mehr finanzierbare Gemeindezentren in Heigenbrücken und Hösbach Bahnhof wurden aufgegeben bzw. stehen unmittelbar vor dem Verkauf, beide Gemeinden sind finanziell damit langfristig wieder handlungsfähig. Die vor Jahren neu errichtete Pfarrstelle in Goldbach wurde nach dem Ausscheiden von Pfarrerin Mößner nicht mehr ausgeschrieben, weil die Zahl der Gemeindeglieder dies einfach nicht mehr hergibt.

Profilierte Gemeinden zwischen Aschaffenburg und dem Hochspessart
Durch eine kluge Kooperation der beiden Gemeinden sind sie auf Dauer in dieser Ausrichtung und Größe gesichert, ja mehr noch, sie sind Leuchttürme evangelischer Identität. Denn unser Anspruch und unser kirchlicher Auftrag ist es, gleichzeitig nah bei den Menschen und präsent in der Fläche zu sein. Die beiden Gemeindezentren mit Kirche, Gemeindehaus und Pfarrhaus in Goldbach und in Laufach sind Kristallisationszentren eines jeweils größeren Einzugsbereichs. Deshalb arbeiten wir zusammen, bilden Kooperationen und legen altes Kirchturmdenken ab.

Zwei attraktive Stellen durch Kooperation
Würden beide Gemeinden wie bisher völlig unabhängig nebeneinander stehen, stünden Goldbach 1,5 und Laufach 0,5 Stellen zu. Doch ein „halber“ Pfarrer ist ebenso ein Unding wie Sprengelgrenzen, die einfach so durchs Gelände gezogen werden. Darum betrachten wir die beiden Gemeinden als zusammenhängenden Raum, ohne dabei die jeweilige Identität aufzugeben oder gar eine Fusion anzustreben. Mit den beiden Kirchenvorständen sind Dienstordnungen abgesprochen, nach denen die Arbeit in etwa gleichmäßig auf Pfarrerin Lezuo und Pfarrer Jasmer aufgeteilt ist. Konkret: Pfarrer Jasmer wird ab September die Konfirmandenarbeit in beiden Gemeinden verantworten, während Pfarrerin Lezuo weiterhin die Trägervertretung für die beiden Kindertagesstätten in Goldbach wahrnimmt. Ein gemeinsamer Gottesdienstplan wird erstellt mit einem differenzierten Gottesdienstprogramm, ausgerichtet auf die beiden Gemeindezentren St. Petrus und St. Johannes. Daneben gibt es regionale Unterstützung durch das Dekanat, etwa in den Bereichen Kindertagesstätten und Öffentlichkeitsarbeit. Alles in allem: Attraktive Stellen, die auch bei einem möglichen Stellenwechsel in ein paar Jahren gut besetzbar sein werden. Und Sie als evangelische Christen zwischen Aschaffenburg-Ost und dem Spessartkamm dürfen gewiss sein: Ihre Evangelische Kirche ist verlässlich für Sie da. Vor Ort und in der Region.

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